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Ein Junge aus Remscheid bei Real Madrid: Wie Sergio Lopez zu den Königlichen kam

09:25 MESZ 25.04.22
GER ONLY sergio lopez icc 2018 manchester united real madrid
Von Remscheid über die spanische Provinz zu Real: Sergio Lopez hat einen ungewöhnlichen Weg hinter sich und wäre fast in der Premier League gelandet.

Es ist Sommer 2018: Real Madrid bereitet sich in den USA beim International Champions Cup auf die anstehende Saison vor. Für einen Jungen aus Remscheid geht dabei ein Traum in Erfüllung. Sergio Lopez hat gerade erst seinen Profivertrag bei den Königlichen unterschrieben und steht erstmals mit seinen Idolen auf dem Platz. Sein Weg dorthin ist heutzutage ungewöhnlich und führt von den Bolzplätzen des Bergischen Landes, über die spanische Provinz, bis hin zum größten Klub der Welt.

1999 wird Lopez als Nachfahre spanischer Emigranten in Remscheid geboren und unternimmt dort auch seine ersten fußballerischen Gehversuche. Die Liebe für diesen Sport wird dem schnellen Rechtsverteidiger dabei in die Wiege gelegt: Sein Onkel stand lange für den BV 10 Remscheid und den VfB Marathon Remscheid auf dem Platz, sein Vater spielte in Wermelskirchen und Radevormwald.

Als 16-Jähriger spielte Lopez noch in der Provinz

Noch im Grundschulalter muss Lopez Deutschland jedoch verlassen. Mit seiner Familie zieht er nach Salamanca in den Nordwesten Spaniens, wo er zunächst beim früheren Drittligisten UD Salamanca seiner Leidenschaft nachgeht. Eine verheißungsvolle Karriere ist dabei lange nicht in Sicht, doch das sollte sich 2016 ändern. Scouts von Rekordmeister Real Madrid entdeckten den damals 16-Jährigen beim Provinzklub Santa Marta und holten ihn in die spanische Hauptstadt.

In der Jugend der Blancos akklimatisierte sich Lopez überraschend schnell und mauserte sich unter U19-Trainer und Real-Legende Guti zum Stammspieler. Als Belohnung durfte er als 18-Jähriger mit zum ICC in die USA und anschließend im Test gegen den AC Mailand erstmals im Bernabeu auflaufen. "Ich freue mich sehr für Sergio. Seine Arbeit, seine Ausdauer, sein Wunsch, sich zu verbessern und sein Ehrgeiz haben ihm ein tolles Jahr in der A-Jugend gebracht. Und jetzt spielt er im Estadio Bernabeu in der ersten Mannschaft. Das ist kein Zufall", twitterte sein damaliger Coach Guti stolz.

Real Madrid lehnte Angebot aus der Premier League ab

Durch seine guten Leistungen rief der technisch versierte Außenverteidiger 2018 jedoch nicht nur die die Verantwortlichen Reals, sondern auch Talentscouts aus anderen europäischen Top-Ligen auf den Plan. Dabei schlugen die Blancos sogar ein Angebot vom AFC Bournemouth in Höhe von fünf Millionen Euro aus. Dabei soll sich vor allem Trainer Julen Lopetegui, der Lopez im selben Jahr sogar in den Kader für den UEFA-Supercup gegen Atletico berief, für einen Verbleib eingesetzt haben.

Fürsprecher Lopetegui ist längst wieder weg und mittlerweile ist es ruhiger um Lopez geworden. Für die Castilla - die zweite Mannschaft der Madrilenen, trainiert von keinem geringen als Raul - stand Lopez in der Saison 2019/20 in 13 von möglichen 28 Partien auf dem Platz. Ein Sprung zu den Profis, die sich in dem Jahr zum spanischen Meister kürten, war angesichts der großen Konkurrenz sehr unwahrscheinlich. Auch deswegen suchte Lopez schließlich das Weite: Nach einer Leihsaison bei Valladolid B ging er im Sommer 2021 schließlich in die Schweiz zum FC Basel, wo er immerhin schon auf 36 Spiele kommt.