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Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter: WM-Vergabe an Katar "ein Irrtum"

16:37 MEZ 08.11.22
Sepp Blatter 2015
Sepp Blatter, früherer Präsident der FIFA, hat die WM-Vergabe an Katar kritisiert - und einen Teil der Schuld auf sich genommen.

WAS IST PASSIERT? In knapp zwei Wochen findet die Weltmeisterschaft in Katar statt - ein höchst umstrittenes Turnier. Seit der Vergabe der WM an den Wüstenstaat im Jahr 2010 werden unter anderem die Bedingungen für die Stadionarbeiter, die gesellschaftlichen Umstände in Katar und die Kommerzialisierung kritisiert.

Ein Mann, der bei der WM-Vergabe an Katar entscheidenden Anteil hatte: Sepp Blatter, von 1998 bis 2016 Präsident der FIFA. Und genau dieser Mann hat jetzt die Katar-WM als "Irrtum" bezeichnet.

WAS WURDE GESAGT? "Wir haben Schaden genommen. Und ich bin ein Teil davon. Ich will mich aber nicht zurückziehen und sagen, dass ich ein Unschuldslamm bin", sagte der Schweizer im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Die Entscheidung für das Turnier (ab 20. November) in dem Wüstenemirat sei "ein Irrtum" gewesen, "basierend auf einer Entscheidung, als ich der Präsident war - und ich trage dafür einen Teil der Verantwortung", sagte der 86-Jährige, der nach eigenen Angaben nicht für Katar gestimmt hatte. "Für mich war das Land einfach zu klein, es ist so groß wie ein Kanton hier in der Schweiz."

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WAS IST DER HINTERGRUND? Als entscheidend für den Wahlausgang zugunsten Katars sieht Blatter ein Treffen des früheren UEFA-Präsidenten Michel Platini mit Nicolas Sarkozy, dem damaligen französischen Staatspräsidenten, sowie dem heutigen katarischen Emir Tamim bin Hamad Al Thani kurz vor der Abstimmung an. Sarkozy habe Platini empfohlen, "dass er und seine Leute für Katar stimmen sollten", sagte Blatter.

Die Vergabe im Dezember 2010 wird bis heute von massiven Korruptionsvorwürfen begleitet. "Ich habe mich nicht darum gekümmert, ob jemand links oder rechts beeinflusst worden ist", sagte Blatter. Erst später habe er erfahren, dass "noch andere Kräfte" am Werk gewesen seien, behauptet er. "Die Katarer haben keine Geschenke an Wahlmänner gemacht – sondern an deren Heimatländer. Dann sprach man immer von Geld - doch vom Geld weiß ich nichts."

WIE GEHT ES WEITER? Die WM 2022 in Katar startet am Sonntag, den 20. November. Es ist davon auszugehen, dass das Turnier nicht ohne Proteste auskommen wird.