News Spiele
Mit Video

BVB: Michael Zorc findet Karim Adeyemi "grundsätzlich spannend"

08:58 MEZ 03.12.21
Karim Adeyemi Red Bull Salzburg 2021-22
Der BVB wird von Verletzungen gebeutelt. Michael Zorc nimmt Stellung und spricht auch über Karim Adeyemi und Erling Haaland.

Sportdirektor Michael Zorc ist angesichts der vielen Ausfälle mit dem Saisonverlauf von Borussia Dortmund nicht unzufrieden. "Mir war über viele Wochen klar, dass wir aufgrund unserer Personalsituation nicht den schönsten Hurra-Fußball zelebrieren können würden. Wir haben es angesichts dessen in der Liga ergebnistechnisch gut gemacht", sagte Zorc bei Sport1 vor dem Bundesliga-Schlager gegen Bayern München am Samstag (18.30 Uhr).

Kritik am BVB will Zorc deshalb nur bedingt gelten lassen. "Was schlecht ist, ist das Abschneiden in der Champions League. Da kann es keine zwei Meinungen geben. Das tut heute noch weh und das räumen wir sehr selbstkritisch ein", sagt der 59-Jährige.

Zorc beklagt großes Verletzungspech beim BVB

Generell sei aber nach den großen Verletzungssorgen kaum mehr möglich gewesen. "Wer hat zuletzt gefehlt? Hazard, Guerreiro, Dahoud, Reyna, Haaland, Can, Zagadou, Wolf, Moukoko, Morey, dazu Hummels in Lissabon. Alleine Haaland hat uns 40 Tage am Stück gefehlt", sagte Zorc: "Was glauben Sie, was mit dem FC Bayern passiert, wenn dort 40 Tage lang Lewandowski fehlt? Wie viele Spieler soll unser Kader denn haben, damit wir diese Vielzahl von Verletzungen auf der Bank ausgleichen können? 35?"

Auf die oft geäußerte Kritik, der BVB bräuchte einen erfahrenen zweiten Stürmer hinter Erling Haaland entgegnete Zorc: "Wenn man Spieler wie Haaland oder Lewandowski im Team hat, die jede Sekunde auf dem Platz stehen wollen, ist es nicht so einfach, den geeigneten Backup zu finden."

Man habe "ganz bewusst" Youssoufa Moukoko in den Kader der Profis aufgenommen, "dem wir keinen Spieler direkt vor die Nase setzen wollten. Wir wollten seine Entwicklung nicht blockieren - und was hätten Sie geschrieben, wenn wir es doch getan hätten? Jetzt hat Youssoufa leider seit Monaten Pech mit seiner Gesundheit."

BVB-Sportdirektor Zorc über Karim Adeyemi

Im direkten Vergleich habe der Dauerrivale aus München weiterhin finanziell die deutlich größeren Möglichkeiten. "Die Bayern haben selbst in Corona-Zeiten einen Umsatz von 644 Millionen Euro erwirtschaftet, wir liegen inklusive Transfers bei 359 Millionen Euro. Der Unterschied liegt bei 285 Millionen Euro in einem einzigen Geschäftsjahr", sagte Zorc.

Zur Zukunft von Haaland sagte Zorc bei der Bild: "Sie müssten wissen, dass ich grundsätzlich keine Wasserstandsmeldungen abgebe. Wir sind in einem guten, permanenten Austausch mit Erling, seinem Vater und seinem Berater. Erling hat einen längerfristigen Vertrag. Es ist zwar bekannt, dass er die Möglichkeit hat, im Sommer zu wechseln, aber ich glaube auch, dass es wichtig ist, dass für Erling die Rahmenbedingungen stimmen."

Angeblich baggert der BVB zudem an Karim Adeyemi von RB Salzburg. Darauf angesprochen sagte Zorc: "Dazu was zu sagen, ist viel zu früh, und er steht, soweit ich weiß, langfristig unter Vertrag. Adeyemi ist ein großes deutsches Talent. Er hat ein sehr gutes Profil; bringt extreme Schnelligkeit mit und ein Profil, das grundsätzlich spannend ist."

BVB-Trainer Marco Rose erhält Zorcs Rückendeckung

Was dem Sportdirektor freilich überhaupt nicht gefallen hat, war das Ausscheiden aus der Gruppenphase der Champions League. "Das können und wollen wir nicht schönreden", erklärte Zorc. "Unser Anspruch ist es, unabhängig von der Gruppenauslosung ins Achtelfinale zu kommen. Das haben wir nicht geschafft. Insofern war das alles andere als gut."

Dass dadurch jedoch Zweifel an Trainer Marco Rose aufgekommen seien, verneint Zorc vehement: "Hier beim BVB gibt es intern nicht ein Prozent Zweifel an der Zusammenarbeit mit Marco Rose!"

Gegenüber Sport1 wurde Zorc beim Thema Rose noch deutlicher: "Wir bei Borussia Dortmund sind sehr zufrieden mit Marco, der personell bedingt einen schwierigen Start bei uns hatte. In vielen Spielen waren ihm aufgrund der Verletzungen die Hände gebunden. Entsprechend konnte er nicht handeln und Belastungen kaum dosieren. Medienkritik an ihm ist nicht unser Thema. Ich muss nicht irgendetwas bestreiten, oder kommentieren, was bei uns intern gar nicht thematisiert wird. Wir haben mit Marco gerade erst angefangen."